Aschaffenburg wurde am letzten Februar-Wochenende zum Treffpunkt junger Europäer aus ganz Bayern: Der Landesausschuss der Junge Europäische Föderalisten Bayern (JEF Bayern) tagte vom 27. Februar bis 1. März im „bayerischen Nizza“. Delegierte aus allen Regierungsbezirken kamen zusammen, um inhaltliche Schwerpunkte zu setzen, strategische Fragen zu diskutieren und die Weichen für das kommende Jahr zu stellen.

Farras Fathi, Landesvorsitzender JEF Bayern Foto: Maya / JEF Bayern
Untergebracht waren die Teilnehmenden im Garner Hotel Post Aschaffenburg, von wo aus der Kreisverband Aschaffenburg am Freitagabend zu einer Stadtführung mit Fotochallenge durch die Innenstadt einlud. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen stand der persönliche Austausch im Vordergrund – ein wichtiger Bestandteil der europaweiten Vernetzung der JEF.
Der Samstag begann mit einem gemeinsamen Frühstück und Grußworten. So berichtete Deerk Beemer, stellvertretender Vorsitzender der JEF Niederlande, über aktuelle europapolitische Debatten in den Niederlanden.
Thorsten Frank, der Vorsitzende der Europa-Union Bayern, war aus Augsburg angereist. In seinem Grußwort gab er Einblicke in die Arbeit der Europa-Union auf Landes- und Bundesebene und wies dabei auch auf die gute Zusammenarbeit zwischen JEF und EUB hin.

Grußwort Thorsten Frank, EUB Landesvorsitzender
Foto: Maya / JEF Bayern
In den anschließenden Beratungen standen die Berichte des Landesvorstandes, Aktuelles aus JEF Deutschland und JEF Europa sowie die Aktivitäten der bayerischen Kreisverbände im Mittelpunkt. Deutlich wurde dabei, wie vielfältig das Engagement ist – von Schulprojekten über Simulationen des Europäischen Parlaments bis hin zu kommunalen Diskussionsveranstaltungen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Thema „Empowerment & Diversity“. Die Delegierten diskutierten die Ergebnisse eines verbandsinternen Assessments und zogen Vergleiche zu den Vorjahren. Ziel ist es, Beteiligungsmöglichkeiten weiter auszubauen und die interne Kultur kontinuierlich zu reflektieren. Zudem wurde die Weiterentwicklung der JEF-Bayern-App vorgestellt, die künftig eine noch bessere Vernetzung und Organisation ermöglichen soll. In zwei Workshopphasen arbeiteten die Teilnehmenden intensiv an konkreten Projekten: Diskutiert wurden neue Ansätze in der Öffentlichkeitsarbeit, methodische Fragen der themenzentrierten Interaktion sowie die Weiterentwicklung der Simulation des Europäischen Parlaments im Jahr 2026. Auch eine gemeinsame Erklärung zu europäischen Vertragsreformen, das sogenannte „Aschaffenburger Signal“, wurde vorbereitet.
Unter dem Leitgedanken „Europa fängt im Rathaus an“ wurde die Bedeutung der kommunalen Ebene für die europäische Integration hervorgehoben. Viele europäische Entscheidungen wirken unmittelbar in die Städte und Gemeinden hinein – etwa in der Klima- und Energiepolitik, bei Förderprogrammen oder in der Jugendarbeit.

Georg Fath im Dialog mit Farras Fathi Foto: Maya / JEF Bayern
Unter dem Format „JEF meets“ kam es am Abend zum Austausch mit Georg Fath, dem Vorsitzenden des Kreisverbands Aschaffenburg der Europa Union. Zunächst im Dialog mit dem JEF-Bayern-Vorsitzenden Farras Fathi, danach im regen Austausch mit dem Plenum beantwortete Georg Fath Fragen zu seinem persönlichen Bezug zur Europa Union, zu Aktivitäten der Europa Union im Kreisverband und darüber hinaus, aber auch zu seiner Sicht der Wirkmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven von Europa Union und JEF in der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Situation.
Das Treffen klang am Samstag mit einem gemeinsamen Barbesuch in der Innenstadt aus.
Dominik Schumbert, Kreisvorsitzender der JEF Aschaffenburg, zeigte sich mit dem Wochenende sehr zufrieden: „Es ist ein starkes Zeichen, dass junge Europäer aus ganz Bayern nach Aschaffenburg kommen, um hier über die Zukunft Europas zu diskutieren. Das zeigt, dass Europa nicht abstrakt ist, sondern vor Ort lebt – in unseren Städten, Vereinen und Rathäusern.“ Für die Gastgeber sei es eine besondere Ehre gewesen, den Landesausschuss in Aschaffenburg auszurichten und den Teilnehmenden die Stadt am Main als engagierten europäischen Standort präsentieren zu können.
Am Sonntag standen schließlich mögliche Satzungsänderungen für 2026, die Arbeit der Fokusteams der laufenden Legislatur sowie der Ausblick auf kommende Termine und Anträge im Mittelpunkt. Mit inhaltlichen Impulsen, neuen Projekten und gestärktem Teamgeist endete die Landesversammlung am Sonntagmittag – und setzte damit ein klares Signal für ein geeintes, handlungsfähiges Europa aus Aschaffenburg.
Robin Reusch / Georg Fath